Okay, es sind anderthalb Jahre, aber so richtig mit Smartmeter und Nulleinspeisung läuft es erst seit ca. einem Jahr. Die Details zu meiner Anlage sind im Artikel Balkonsolar beschrieben und die Konfiguration in Smartmeter und Nulleinspeisung.
Die Frage, ob sich sowas lohnt würde ich für mich an dieser Stelle einmal mit einem "ja" beantworten. Klar ist es erstmal eine Investition, gerade wenn man einen Batteriespeicher dazukauft, aber gerade mit Batteriespeicher an einer Balkonsolaranlage lässt sich der Eigenverbrauch schon gut erhöhen. Insbesondere, wenn man wie in meinem Fall einen Batteriespeicher mit eingebautem separatem Wechselrichter hat, der auch Verbräuche jenseits der 800W direkt aus der Batterie ohne Umweg übers Stromnetz bedienen kann. Damit lassen sich bei hinreichender Batterieladung Großverbraucher wie Wasserkocher, Backofen, Toaster, etc. mit 100% Solarstrom betreiben (natürlich nicht alle gleichzeitig). Mir geht es dabei auch eher um den Punkt der möglichst hohen Nutzung von eigenem Solastrom statt sonstigem Strom und weniger um eine betriebswirtschaftlich optimale Lösung. Einziger Wermutstropfen an der Lösung ist, dass die Steuerung der Geräte mittels homeassistant lediglich über die dazwischengeschaltete China-Cloud möglich ist, obwohl die Geräte prinzipiell auch Bluetooth haben (ich muss nochmal schauen, ob sich da zwischenzeitlich andere Plugins aufgetan haben, die das besser können). Ein lokaler LAN-Modus o.ä. wäre auch gut. Aber leider trifft dies auch für ziemlich viele alternative Produkte zu. Davon ab funktioniert das System soweit gut.
Fürs letzte Jahr hat sich dies auch schon merklich auf meine Stromrechnung ausgewirkt, wobei für die ersten Monate des Jahres noch der alte Ferraris-Zähler in Betrieb war, bis der Netzbetreiber (angemeldet war die Anlage ab Tag 1) sich dann mal bemüßigt gefühlt hat, den Stromzähler zu tauschen. Insofern wird sich erst in diesem Jahr dann final zeigen, wie die Ersparnis auf der Stromrechnung tatsächlich aussieht. Mein Stromverbrauch liegt bei ca. 1200kWh/Jahr laut der vergangene Rechnungen. Schaut man sich den Verbrauchsgraphen einmal an, sieht man gut, dass ich im gesamten Zeitraum von Juni 2025 - Juni 2026 bei 485kWh liege. Und natürlich sind die Wintermonate ertragarm mit entsprechend höherem Netzbezug. Bei der Einspeisung (rechts) sieht man gut, ab wann die Nulleinspeisung greift und ab Juni 2026 die Überschusseinspeisung.
Im Vergleich von 2025 und 2026 sieht man gut, wann der Smartmeter eingebaut wurde (nämlich Ende Mai). Vorher habe ich stumpf 800W dauerhaft eingespeist, was in Verbindung mit dem sonnigen Frühjahr recht hohe PV-Erträge ergeben hat. Und ab dem Einbau des Smartmeters kam dann auch die Nulleinspeisung, so dass in Konsequenz auch die PV-Anlage früher abgeregelt hat und damit die Erträge "geringer" wurden.
Das erste Halbjahr 2025 ist nicht sehr aussagekräftig, da noch der Smartmeter und die genaue Verbrauchs-/Einspeisemessung fehlt. Erst ab Juni spiegeln die Werte die Realität wieder und zeigen wie ab Juli die Optimierung der Nulleinspeisung dazu führt, dass ab September wirklich kaum mehr Strom ungenutzt ins Netz fließt. Auch sieht man an den türkis/rosanen Balken, dass ein großer Teil des Stroms in die Batterie fließt / aus ihr entnommen wird. Der direkte PV-Eigenverbrauch (gelbe Balken) ist dabei eher gering. Was auch daran liegt, dass idR tagsüber nur wenig Licht benötigt wird und wenige Verbraucher aktiv sind als in den Tagesrandzeiten. Ich versuche das zwar zu optimieren, bspw. indem ich die Spülmaschine wenn möglich zeitgesteuert am Tag laufen lasse, aber auch sowas hat Grenzen des Möglichen.
Über das Jahr 2025 haben sich dann auch ein paar smarte Steckdosen (Shelly und Ikea Inspelning) mit Verbrauchsmessung angesammelt, um einen etwas genaueren Überblick zu erhalten, wo der Strom denn so verbraucht wird. An dieser Stelle muss ich mir glaube ich mal Gedanken über die Grundlaste meines RaspberryPi-basiereten NAS machen, das 24/7 vor sich hinläuft ;) Der graue, nicht erfasste Verbrauch ist im Wesentlichen auf Dinge wie Spülmaschine und Beleuchtung und div. Kleinigkeiten zurückzuführen. Man kann nunmal nicht alles mit einer smarten Steckdose versehen. Interessant ist auch die Visualisierung als Energiefluss. Hier sieht man nochmals gut, wie viel die Batterie zwischenspeichert und bedient.
Hier mal noch für 2025 (links) und 2026 (rechts) die Statistiken aus homeassistant zu Eigenverbrauch und Autarkiegrad:
Und zum Schluss nochmal der komplette Zeitraum von Januar 2025 bis Juni 2026 in jeweils einem Diagramm: